News & Interessantes

Lesbisches Paar heiratet nach 72 gemeinsamen Jahren

Beide kennen sich seit einer Ewigkeit, sind seit 72 Jahren ein Paar: Jetzt haben sich die 91-jährige Vivian Boyack und die 90-jährige Alice Dubes im US-Bundesstaat Iowa das Jawort gegeben.

hochzeit-iowa

© Thomas Geyer / AP Photo / The QUAD City Times

Eine Hochzeit der besonderen Art wurde im US-Bundestaat Iowa gefeiert. Nach 72 gemeinsamen Jahren gaben sich am Wochenende die 91-jährige Vivian Boyack und die 90-jährige Alice „Nonie“ Dubes in Davenport das Jawort. Begleitet wurden die beiden von ihren Familien und einem kleinen Kreis von Freunden. Das berichtet die „Quad-City Times“.

„Ich kenne sie mein ganzes Leben lang. Sie sind ein sehr besonderes Paar“, schwärmte ein gemeinsamer Freund nach der Hochzeit. Und fügte hinzu: „Das ist ein besonderer Tag für uns alle.“ Pastorin Linda Hunsaker sagte der Zeitung zufolge bei der Trauung im kleinen Kreis: „Dies ist eine Feier, die schon vor sehr langer Zeit hätte passieren sollen.“

„Wir hatten eine gute Zeit“

Boyack und Dubes wuchsen in Yale, Iowa, auf. Dort lernten sie sich auch kennen. 1947 zogen sie zusammen nach Davenport. Während Boyack lange als Grundschullehrerin arbeitete war ihre Partnerin Dubes in der Buchhaltung der Zeitung „The Times and Democrat“ tätig. Ihr großes Hobby war das Reisen. Zusammen besuchten sie alle 50 Bundesstaaten der USA, die kanadischen Provinzen und zweimal sogar Großbritannien. „Wir hatten eine gute Zeit,“ so Dubes.

In den USA können Schwule und Lesben bislang in der Hauptstadt Washington sowie in 19 von 50 Staaten legal heiraten. Die meisten dieser Staaten liegen im hohen Nordosten des Landes sowie an der Westküste. In 31 Bundesstaaten ist die Eheschließung Homosexueller dagegen verboten.

Quelle: stern.de

Berlusconi plötzlich für Homo-Rechte

Nachdem seine fast 50 Jahre jüngere Freundin einer Lesben- und Schwulengruppe beigetreten ist

Silvio Berlusconi - Alessio85/flickr

01.07.2014 | 16:13 | von Andreas Markus

Machmal ist es unglaublich, was die Liebe schafft: Der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat öffentlich seine Unterstützung für die Rechte von Lesben und Schwulen erklärt. Der Grund dafür durfte sein, dass seine 49 Jahre jüngere Freundin der italienischen Lesben- und Schwulenorganisation Arcigay beigetreten ist.

„Bürgerrechte für Homosexuelle sind ein Kampf, für den sich in einem wahrhaft modernen und demokratischen Land jeder verantwortlich fühlen sollte“, zitiert die linksliberale Tageszeitung „La Repubblica“ am Sonntag den 77-jährigen Berlusconi. Als Liberaler glaube er, „dass wir mit einer umfassenden Debatte etwas zugunsten der Gerechtigkeit und der Zivilisation erreichen können.“

Diese Aussagen verwundern – war der ehemalige italienische Ministerpräsident bis jetzt weder als Freund von Homo-Rechten noch als Liberaler aufgefallen. Grund für die Aussagen dürfte eher der Beitritt von Francesca Pascale zu Arcigay sein, der größten Lesben- und Schwulengruppe Italiens. Wie ebenfalls am Sonntag bekannt wurde, ist die 28-jährige Freundin von Silvio Berlusconi der Organisation beigetreten.

Denn in der Vergangenheit hat Berlusconi Lesben- und Schwulenrechte konsequent behindert. So ist Italien bis heute das einzige Gründungsmitglied der EU, in dem es keine Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbischen Paare gibt. Auch seine Aussagen waren nicht immer freundlich gegenüber gleichgeschlechtlich liebenden Menschen. Homo-Paare würden „nie auf einer Stufe mit traditionellen Familien“ stehen, polterte er im März 2011. Und ein Jahr zuvor witzelte er noch, es sei „besser, leidenschaftlich über schöne Mädchen zu sein, als schwul“.

Neben Pascale wurde auch Vittorio Feltri, Direktor der Berlusconi-Zeitung „Il Giornale“, Mitglied von Arcigay. In einem Kommentar schrieb er: „Wir sind für Freiheit ohne Diskriminierung und davon überzeugt, dass wir Vorurteile beseitigen müssen.“ Arcigay begrüßte in einer ersten Stellungnahme seine neuen Mitglieder, erklärte aber, dass von beiden „Engagement“ für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Italien erwartet werde.

Berlusconis Partei „Forza Italia“ wurde vom Meinungswechsel ihres Gründers offenbar überrascht. Senator Maurizio Gasparri erklärte: „Wir müssen die Rechte aller respektieren und Diskriminierung verhindern. Aber ich bleibe dabei, dass die Homo-Ehe und Adoptionen durch Homo-Paare keine gute Sache sind. Ich lehne das daher ab. Das war gestern so und hat sich heute nicht verändert.“

Quelle: ggg.at

 

Erstes Wurst-Interview im deutschen TV nach ESC-Sieg

Conchita: „Anfeindungen nehme ich als Kompliment“

Conchita Wurst: „Anfeindungen nehme ich als Kompliment“

Foto: AFP / Quelle: bild.de
  • Von LIGIA D. TUDORICA

La Wurst zum ersten Mal in deutschen TV nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen! Am Mittwochabend sprach die Dragqueen mit Bart in „stern TV“ über die Hysterie, die seit Samstag über sie hereinbricht.

Moderator Steffen Hallaschka (42) begrüßte die als Tom Neuwirth geborene Conchita Wurst (25). In einem schwarzen, halb-transparenten Kleid und mit ihrer gewaltigen ESC-Trophäe in der Hand stöckelte diese auf die Bühne. Von ihrem Erfolg überwältigt, kokettierte Conchita gleich zu Anfang: „Ich wollte doch einfach nur singen.“

Lacher erntete die Sängerin, als sie zum Besten gab, wie sie während des ESC dringend auf die Toilette musste. Weil das Kleid jedoch zu eng gewesen sei, musste sie eine Entourage von drei Leuten aufs stille Örtchen begleiten.

Dann der Super-Gau kurz vor ihrem größten Auftritt: In dem Moment als sie sich hinsetzen (löblich!) wollte, sei ihr das In-Ear (der Knopf fürs Ohr im TV) in die Kloschüssel gefallen: „Da fiel mir das Ding in die Muschel.“

Später schlug die Drag-Diva ernstere Töne an. Sie sei schon immer anders gewesen und biete eine enorme Angriffsfläche. Ihren Kritikern machte Conchita deshalb eine deutliche Ansage – dem rechts-nationalistischen russischen Politiker Wladimir Schirinowski (68) und dem polnischen Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski (64), der sie als „Beweis für den Verfall des modernen Europas” bezeichnete: „Ihre Anfeindungen nehme ich als Kompliment“, so die Sängerin selbstbewusst, „negative Kritik geht mir nur dann nah, wenn sie von Menschen kommt, die mir etwas bedeuten.“

Man müsse akzeptieren, dass sie jetzt da sei, sie wolle nicht mehr weggehen. Natürlich habe sie den Bart, um zu polarisieren und sie nehme sich die Frechheit heraus, alles zu leben. Sie feiere die Vielfalt mit der Botschaft: „Wenn man niemandem wehtut, darf man machen, was man will.“

Ihre ersten Frauenklamotten habe ihr ihre Oma besorgt: „Ich passe in keine Schublade, ich brauche eine ganze Kommode.“ Das gilt besonders für die Biografie ihrer Kunstfigur: Conchita ist Kolumbianerin, trägt eine Perücke, einen echten Bart – und ist in Deutschland aufgewachsen!

Moment mal, dann haben WIR den ESC ja doch noch gewonnen!

Quelle: bild.de

 

„Juno“-Darstellerin: Ellen Page outet sich als lesbisch

http://cdn4.spiegel.de/images/image-658993-breitwandaufmacher-odsk.jpg

Schauspielerin Ellen Page will sich nicht länger verstecken. Sie sei lesbisch, erklärte die 26-Jährige auf einer Veranstaltung in Las Vegas. Page spielte in Filmen wie „Juno“ und „To Rome with Love“. 2008 war sie für einen Oscar nominiert.

Auf einer Konferenz in Las Vegas fand Ellen Page klare Worte: „Ich bin hier, weil ich lesbisch bin. Und vielleicht auch, weil ich den Unterschied machen kann.“ Die 26-jährige ist vor allem für ihre Rolle im Drama „Juno“ bekannt, in dem sie eine schwangere Teenagerin spielte. 2008 war sie dafür sogar als beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert, ging aber leer aus.

„Ich habe es satt, mich zu verstecken“, sagte Page. Sie habe jahrelang gelitten, weil sie Angst davor gehabt habe, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen.

Das Coming-out der Schauspielerin war kein Zufall. Die Konferenz „Time to Thrive“ hat sich zum Ziel gesetzt, homosexuellen Teenagern zu helfen, die vielerorts Anfeindungen ausgesetzt sind. Unterstützt wird sie von der Human Rights Campaign. Page hat bereits in Dutzenden Filmen gespielt, darunter „X-Men: Der letzte Widerstand“, „Roller Girl“ und „To Rome With Love“.

Page sagte, sie wolle anderen Homosexuellen helfen, damit sie es leichter hätten und Hoffnung schöpften. „Ich fühle eine persönliche Verpflichtung und eine soziale Verantwortung.“ Sie habe jahrelang gelitten, weil sie es nicht gewagt habe, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. Ihre Psyche habe gelitten, ihre Partnerschaften hätten gelitten. „Ich stehe mit euch hier heute auf der anderen Seite dieses Schmerzes.“

Die Organisation Human Rights Campaign, die für die Rechte Homosexueller kämpft, gratulierte Page zu ihrer Rede. Darin hatte die Darstellerin auch andere Schwule und Lesben für ihr öffentliches Coming-out gelobt, wie den Footballspieler Michael Sam. Sam hatte sich vor wenigen Tagen zu seiner Homosexualität bekannt – als erster Athlet, der seine Karriere in der National Football League noch vor sich hat.

hda/Reuters

Quelle: spiegel.de

 

Radiomoderator outet sich live in Nachrichtensendung

Zwischen Hitzlsperger-Bericht und einer Meldung über Audi: „Antenne Bayern“-Moderator Tom Nütten hat sich live in der Nachrichtensendung geoutet. Den Entschluss dazu fasste er spontan.

Der Satz fällt mitten in der Nachrichtensendung: „So, ich glaube also an dieser Stelle ist es wirklich der richtige Moment und auch der richtige Tag, Ihnen als ‚Antenne Bayern‘-Hörer etwas zu sagen: Ich stehe mitten im Berufsleben – und auch ich bin schwul.“ Es folgt eine lange Pause, ehe der Moderator die weiteren Meldungen des Tages verliest.

Der Nachrichtensprecher des Radiosenders Antenne Bayern, Tom Nütten, hat sich am Donnerstag live auf Sendung geoutet. Nach der Verlesung der Meldung über das Coming-out von Thomas Hitzlsperger legte Nütten eine kurze Pause ein, um dann selbst über seine Homosexualität zu sprechen (Hier ein Mitschnitt der Nachrichtensendung).

Den Entschluss zu seinem Coming-out fasste Nütten kurzfristig. „Ich habe mich darüber geärgert, dass Hitzlsperger wegen des Zeitpunkts seines Outings kritisiert wird. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich mich trauen würde. Während die Nachrichtenmusik lief, dachte ich, ich mache das jetzt einfach“, sagte Nütten der Münchner Abendzeitung.

Die Reaktionen beschreibt Nütten als gemischt. „Es gab viel Lob. Und ein paar kritische Stimmen, dass so etwas Privates nicht in die Öffentlichkeit gehört.“ Auch seine Chefs waren nicht über die Aktion informiert gewesen. „Es gab ein mutiges Gespräch mit meinem Chef und meiner Chefin. Da wurde klargestellt, dass so etwas eigentlich nicht sein soll, aber es wurde akzeptiert“, sagte Nütten dem „Münchner Merkur“.

Inzwischen scheint auch der Sender stolz auf seinen Moderator zu sein. Er verbreitete die Meldung über die ungewöhnliche Information in der Nachrichtensendung über die eigene Pressestelle.

Quelle: stern.de

 

 

Profisportler steht zu seiner Homosexualität und outet sich!

Der 52-fache deutsche Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger

So offen hat noch kein Fußballprofi über seine Homosexualität gesprochen:

Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger outet sich in einem Interview.

Thomas Hitzlsperger im Länderspiel Dänemark gegen Deutschland am 11. August 2010 in Kopenhagen. Foto: dpa

Regensburg. Es ist eine kleine Sensation: Zum ersten Mal äußert sich ein ehemaliger Fußballprofi offen zu seiner Homosexualität. In einem Interview mit der Online-Ausgabe der Zeit hat sich Thomas Hitzlsperger an die Öffentlichkeit gewandt. Er wolle die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen, erklärt der Münchner. Jetzt, nach dem Ende seiner Karriere, sei ein guter Moment dafür gekommen. Hitzlsperger hatte sich vor vier Monaten aus dem Profigeschäft zurückgezogen. Insgesamt absolvierte er 52 Spiele für die Deutsche Nationalmannschaft. In seiner aktiven Zeit spielte er unter anderem in der englischen Premier-League für Aston Villa und war Kapitän des VfB Stuttgart.

Erst in den letzten Jahren sei er sich in einem „langen und schwierigen Prozess“ seiner Homosexualität bewusst geworden, sagte der 31-Jährige in dem Interview. Homosexualität sei weiter kein Thema, über das in den Fußballkabinen gesprochen werde. Das Klischee, das viele von Homosexuellen hätten, passe einfach nicht zum Ethos des Profisports, in dem „Kampf, Leidenschaft und Siegeswille“ untrennbar verknüpft seien. Die Sprüche der Kollegen seien nicht immer einfach zu ertragen gewesen. „Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich nun mal so bin“, zitiert die „Zeit“ Hitzlsperger.

Quelle: mittelbayerische.de

Barilla-Chef gegen Homosexuelle: „Dann sollen sie eben andere Nudeln essen“

Kein Spot mit Schwulen und kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare: Mit einem Radio-Interview empört Nudel-Tycoon Guido Barilla die Italiener. Aktivisten und Politiker rufen bereits zum Boykott des Pasta-Herstellers auf.

http://cdn4.spiegel.de/images/image-550067-galleryV9-rxvp.jpg

Hamburg – Die Pasta von Barilla ist in vielen italienischen Haushalten zu finden. Doch offenbar passt das dem Chef des italienischen Nudelherstellers nicht. „Für uns ist das Konzept der heiligen Familie ein fundamentaler Wert in der Firma“, sagte Barilla dem Sender Radio24. Daher würde er niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen.

Das Unternehmen, das auch Kekse und Brot herstellt, legt in seinen Werbespots viel Wert auf die Vater-Mutter-Kind-Harmonie. „Unsere Familie ist eine klassische, in der die Frau eine fundamentale Rolle spielt.“

Auf den Hinweis, dass auch Homosexuelle Barilla-Pasta essen, sagte der Firmenchef nur: „Wenn ihnen unsere Pasta gefällt und unsere Botschaft, ok. Wenn nicht, sollen sie eben andere Nudeln essen.“ Dass er damit Kunden verschrecken könnte, schien Barilla egal. „Man kann nicht immer allen gefallen.“

Es sei auch nicht so, dass er Schwule nicht respektiere. Er sei beispielweise nicht gegen die Ehe zwischen Homosexuellen – nur gegen deren Adoptionsrecht.

Es dauerte nicht lange, bis ein Shitstorm der Superlative über ihn hinwegfegte. Auf Twitter wurde unter dem Hastag #boicottabarilla dazu aufgerufen, die Nudeln des größten Pasta-Herstellers der Welt nicht zu kaufen.

Italienische Aktivisten und Politiker schlossen sich dem Aufruf an. „Wir akzeptieren seine Einladung, seine Pasta nicht zu essen“, sagte Aurelio Mancuso, Chef der Gruppe „Equality Italia“, der Nachrichtenagentur Ansa. Auch aus dem Parlament gab es Kritik. „Hier sehen wir ein weiteres Beispiel für Homophobie italienischer Art“, sagte Alessandro Zan, Abgeordneter der linken SEL-Partei.

Guido Barilla bemühte sich daraufhin halbherzig um Schadensbegrenzung. Es tue ihm leid, wenn er die Gefühle von jemandem verletzt habe, hieß es in einem Statement.

gam/AP/Reuters

Quelle: spiegel.de

 

Der Papst fordert Wende der Kirche

Franziskus will eine Umkehr. Die Kirche soll nicht mehr wie besessen auf Schwulenehe, Abtreibung oder Verhütung fixiert sein, sondern müsse Wunden heilen.

Die Aussagen von Papst Franziskus in seinem ersten großen Interview haben viel Aufsehen erregt. Foto: dpa

Die Aussagen von Papst Franziskus in seinem ersten großen Interview haben viel Aufsehen erregt. Foto: dpa

Rom. Jorge Mario Bergoglio liebt offene Worte. Er nimmt also kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine katholische Weltkirche geht: In seinem ersten großen Interview verlangt Papst Franziskus nicht weniger als eine Wende – die Kirche solle sich nicht länger in die heiklen Fragen der Schwulenehe, der Scheidung, Abtreibung oder Verhütungsmethoden verbeißen. Seine Herde der knapp 1,2 Milliarden Katholiken, so mahnt es der Papst an, müsse vielmehr missionarisch sein, offen, sich vor allem auch um das Wohl der Menschen, also der Sünder, kümmern: „Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht.“ Die Losung des Papstes heißt dabei schlicht und einfach: „Die Wunden heilen, die Wunden heilen… man muss unten anfangen.“

Der 76 Jahre alte Papst entpuppt sich mehr und mehr als ganz großer Kommunikator mit einem ganz großen Auftrag. Erst wenn diese „sozialen Wunden“ geheilt sind, „dann können wir von allem Anderen sprechen.“ Tenor also: Nicht andere verurteilen, vielmehr ihre Herzen erwärmen.

Corriere della Sera sieht „revolutionäre Worte“

Und damit ist der Kurswechsel einer teils dümpelnden Weltkirche dringend angemahnt: „Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschließen lassen, in kleine Vorschriften.“ Diener dieser Kirche sollen aber vor allem Diener der Barmherzigkeit sein.

„Revolutionäre Worte“ sieht der rechtsliberale Mailänder „Corriere della Sera“ in diesem Versuch des Pontifex, seine an der Spitze verkrustete Kirche wachzurütteln. Franziskus reißt dabei die bekannten konservativen Dogmen der Kirche nicht ein, er praktiziert aber einen neuen Stil.

Wenn der Argentinier auf dem Stuhl Petri von Schwulenehe oder Scheidung spricht, dann ist das noch keine Umkehr von katholischen Lehren, sehr wohl aber der offensive Ruf nach einer Umgewichtung: „Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit den Verhütungsmethoden.“ Das geht nicht mehr, hält der Jesuit im Interview mit jesuitischen Zeitschriften fest. Katholische Seelsorge dürfe heutzutage schlichtweg nicht mehr davon besessen sein, eine Menge Lehren unterschiedslos aufzudrängen.

… mehr gibt’s hier!

… ‚Franziskus hatte in dem Interview auch daran erinnert, was er vor einigen Wochen über Homosexuelle gesagt hatte: „Wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der sie verurteilt.“‘

 

Homosexuelle Paare sollen Kinder verlieren

http://polpix.sueddeutsche.com/bild/1.1695317.1371058377/860x860/moskau-homosexuelle-russland-putin.jpg

Das russische Parlament diskutiert weitere drastische Einschränkungen für Schwule und Lesben: Ein Abgeordneter will homosexuellen Eltern die Kinder wegnehmen – angeblich zu ihrem eigenen Schutz. Von Pavel Lokshin (die Welt – welt.de

In der russischen Staatsduma soll ein neues Gesetzesvorhaben diskutiert werden, das die Rechte von Schwulen und Lesben weiter einschränkt. Der Entwurf sieht den Entzug des Sorgerechts im Falle von „nicht-traditionellen Sexualbeziehungen“ vor. „Leute, jetzt wollen sie euch wirklich die Kinder wegnehmen“, twitterte die lesbische Aktivistin und Journalistin Elena Kostjutschenko.

Der Gesetzesvorschlag stammt von dem Abgeordneten Aleksej Schurawljow. Er war schon in der Vergangenheit als glühender Verehrer des Präsidenten aufgefallen. Schurawljow ist der Vorsitzende der jüngst gegründeten Partei Heimat, im Parlament vertritt er aber die Putin-Partei Geeintes Russland. Als einen der programmatischen Werte seiner Partei nennt Schurawljow „eine starke, normale Familie mit Papa und Mama“.

Bereits vor Monaten war der Sorgerechtsentzug unter Duma-Abgeordneten im Gespräch, allerdings war bislang kein Gesetzesvorschlag eingereicht worden – bis Schurawljow nun aktiv wurde. „Das Gesetz soll all jene betreffen, deren Familien bereits wegen nicht-traditioneller Sexualbeziehungen der Partner zerfallen sind. Darüber hinaus sind Elternteile betroffen, die ihre gleichgeschlechtlichen Sexualkontakte nicht verbergen“, sagte Schurawljow der Zeitung „Kommersant“.

Verweis auf höhere Selbstmordraten bei Kindern

Wenn beispielsweise eine Ehefrau den Verdacht habe, ihr Mann könnte „nicht-traditionellen Sexualbeziehungen“ nachgehen, so gebe es „die Gerichte und die Ermittlungsbehörde, deren Mitarbeiter bestens geschult“ seien.

In der Gesetzesbegründung heißt es, gleichgeschlechtliche Beziehungen eines Elternteils verursachten beim Kind einen „immensen psychischen Schaden“. Schurawljow zieht darin eine Parallele zwischen Homosexualität und Drogenmissbrauch: Die Kinder müssten vor „unmoralischer Lebensführung“ ihrer leiblichen Eltern geschützt werden.

Auch stünden gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht im Einklang mit den „traditionellen Werten des russischen Staates“. Das am 30. Juni in Kraft getretene, in ganz Russland geltende Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ bei Minderjährigen sollte auch in den Familien Anwendung finden.

Eine zentrale Rolle in Schurawljows Begründung seines Gesetzesvorhabens spielt eine Studie des US-Soziologen Mark Regnerus. Dieser zufolge leiden Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren gegenüber Kindern von gemischtgeschlechtlichen Paaren öfter an Geschlechtskrankheiten und weisen höhere Selbstmordraten auf.

Skepsis sogar in Putins Partei

Die Studie wurde vom konservativen Witherspoon Institute finanziert und diente in der amerikanischen Debatte als Argumentationshilfe für Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe. Sowohl die wissenschaftliche Unabhängigkeit als auch die Validität von Regnerus‘ Arbeit wird von seinen Fachkollegen angezweifelt.

In der Duma waren die Reaktionen auf Schurawljows Vorstoß zwiespältig. Die Kommunisten haben Bereitschaft gezeigt, über den Gesetzesvorschlag zu diskutieren.Sergej Obuchow,Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, empfahl Schurawljew in der Zeitung „Kommersant“, die „Praxis von nicht-traditionellen Sexualbeziehungen in Familien“ zu untersuchen und der Duma einen Bericht darüber vorzulegen.

Schurawljows Kollegen aus der Fraktion von Geeintes Russland reagierten allerdings skeptisch. „Man kann sich viele Gründe überlegen, um einer Familie ein Kind wegzunehmen. Unsere Aufgabe ist es, die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Kinder in Familien bleiben, solange ihre Rechte nicht verletzt werden“, sagte die Abgeordnete Olga Batalina der Zeitung.

Das Familiengesetzbuch verwalte die ehelichen Beziehungen zwischen einem Mann und einer Frau, andere Arten von Beziehungen seien keine Rechtskategorie und lägen außerhalb der Regulierungskompetenz des Staates, fügte Batalina hinzu.

„Wir brauchen keine Orden, wir brauchen Schutz“

Der Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung, Mikhail Fedotow, reagierte empört: „Wollen wir jetzt vielleicht den Linkshändern die Führerscheine wegnehmen? Sie sind doch Linkshänder, und sie kommen mit unserem Rechtsverkehr nicht so gut zurecht“, sagte Fedotow auf einer Pressekonferenz. Es sei ein Unding, geringfügige Probleme zu skandalisieren.

Der aktuelle Vorstoß und das Gesetz gegen „Schwulen-Propaganda“ sind nicht die einzigen politischen Maßnahmen gegen Homosexuelle in Russland. So trat Anfang Juli ein Verbot von Auslandsadoptionen in Kraft – betroffen sind Paare und Einzelpersonen aus Ländern, die gleichgeschlechtliche Ehe erlauben.

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin bestritt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP vom Mittwoch, es gebe in seinem Land schwulenfeindliche Gesetze und Diskriminierung von sexuellen Minderheiten. Er selbst arbeite mit Vertretern von Schwulen- und Lesbenorganisationen zusammen und habe mit ihnen „absolut normale Beziehungen“. Manchmal bekämen sie sie sogar „staatliche Ehren und Orden“, fügte Putin hinzu.

Vertreter von Schwulen und Lesben sind skeptisch: „Die Anzahl von verliehen Medaillen sagt nichts über die Toleranz gegenüber Minderheiten aus“, heißt es in einem Pressestatement von Coming Out, einer Nichtregierungsorganisation in St. Petersburg. „Wir brauchen keine Orden, wir brauchen Schutz vor Verfolgung.“

© Axel Springer AG 2013. Alle Rechte vorbehalten
Quelle: welt.de

 

Neuseeland öffnet die Ehe für Homosexuelle

http://d1.stern.de/bilder/stern_5/politik/2013/KW34/Rotorua_fitwidth_489.jpg

Ab sofort sind Homosexuelle in Neuseeland bei der Ehe gleichgestellt. Die ersten Hochzeiten fanden in Flugzeugen oder sogar mit Gottes Segen statt. Auch erste Hochzeitstouristen reisten an.

Gleiche Pflichten, gleiche Rechte: Ab sofort gehört Neuseeland zu den wenigen Ländern auf der Erde, die eine völlige Gleichstellung im Eherecht für Homosexuelle eingeführt haben. Ein entsprechendes Gesetz, welches im April verabschiedet wurde, trat am Montag in Kraft.

Zu den ersten Brautpaaren gehörten Lynley Bendali und Ally Wanikau, die einen Wettbewerb von Air New Zealand gewonnen hatten und an Bord eines Flugzeugs zwischen Queenstown und Auckland heirateten. Neben ihren drei Kindern und der Familie war auch US-Schauspieler Jesse Tyler Ferguson (bekannt aus der TV-Serie „Modern Familiy“) mit seinem Mann an Bord.

Laut der Tageszeitung „The New Zealand Herald“ gehörten Tash Vitali und Mel Ray aus Auckland zu den ersten Frauen, die das neue Gesetz in Anspruch nahmen. Sie fuhren schon am Morgen gegen halb neun mit dem Motorrad zur Christian Unitary Church im pitoresken Stadtteil Ponsonby, wo sie von einem Pfarrer der protestantischen Kirche getraut wurden.

17. Land das Homosexuelle bei der Ehe gleichstellt

In der Hauptstadt Wellington schlossen die Australier Paul McCarthy und Trent Kandler im Nationalmuseum im Beisein von Familie und Reportern den Bund fürs Leben. Sie hätten kein Problem mit Publicity, wenn die Welt dadurch sehe, dass schwule Männer keine Bedrohung darstellten, sagten sie. In ihrer Heimat gibt es keine vollkommene Gleichstellung, sondern ähnlich wie in Deutschland ein Lebenspartnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare.

Nach Angaben der Standesämterbehörde wollten sich im Laufe des Tages 31 lesbische und schwule Paare das Jawort geben. Neuseeland ist das erste Land in Ozeanien, das gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. Mit der Legalisierung der Homo-Ehe können Schwule und Lesben erstmals auch gemeinsam Kinder adoptieren.

In diesem Jahr ist Neuseeland schon das sechste Land, welches die Ehe auch für Homosexuelle erlaubt. Zuvor geschah dies bereits in Brasilien, Frankreich, Kolumbien, Uruquay und – versehentlich – in Costa Rica -> mehr dazu gibt es hier. In Brasilien und Kolumbien gibt es zwar noch keine Gesetze, welche die Homo-Ehe regeln, die höchsten nationalen Gerichte haben allerdings in aktuellen Urteilen homosexuelle Paare heterosexuellen gleichgestellt.

Im kommenden Jahr soll die Homo-Ehe auch in Großbritannien eingeführt werden, allerdings beschränkt auf England und Wales. In Schottland und Nordirland wird ein entsprechendes Gesetz vorerst wohl nicht umgesetzt. Insgesamt gibt es die gleichgeschlechtliche Ehe mittlerweile in 17 Ländern.

Quelle: stern.de

Die Kommentare sind geschlossen.